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Mit Mittelalterkleidung durch die Stadt

November 5th, 2009 · No Comments

Komische Blicke ernten alle, die sich nicht nach den Regeln der so genannten guten Gesellschaft kleiden. Mittelalterkleidung, vor allem im Bereich der Gothic Szene zu finden, gehört definitiv dazu. Natürlich reagieren die feinen Leute auch leicht pikiert, wenn ihnen ein Rocker mit langen Haaren, Lederkluft und Silberketten begegnet, oder ein schriller Punk ihnen gegenübertritt. Da kann manche Dame von Welt gar nicht hinschauen und andere Menschen zeigen sogar mit dem Finger auf die außergewöhnlich angezogenen Mitmenschen. Vorurteile werden durch ausgefallene Kleidungsstile leider immer wieder wach; ein Punk gilt, ohne auch nur ein Wort mit ihm gesprochen zu haben, als arbeitslos, regelkonträr und frech. Auch die Rocker genießen nicht den besten Ruf. Jemand, der mit Mittelalterkleidung zum Stadtbummel aufläuft, kann sich solchen Vorurteilen auch nicht entziehen.

Es stellt sich die Frage, in wie weit der Gesellschaft hier Recht gegeben werden soll. Ein Stadtbummel gehört, anders als nun ein Vorstellungsgespräch oder das Auftreten am Arbeitsplatz, zur Freizeit. Dass man es sich nicht immer leisten kann, Beruf und außergewöhnliche Mittelalterkleidung in Einklang zu bringen, muss man verstehen. Doch die Freizeit sollte sich doch jeder so gestalten dürfen, wie er das gerne möchte. Hier sollten sich die einen nicht über die anderen Menschen erheben, ohne einmal hinter die Kleidung geblickt zu haben. Mittelalterkleidung, wie auch eine rockige Motorradkluft und das schrille Äußere eines Punks haben nämlich keinen Einfluss auf das Wesen, auf den Charakter eines Menschen. Das sind Klischees, denen die Menschen gerne nachhängen, die ihnen Gesprächsstoff liefern. Nicht selten stellt sich nämlich heraus, dass sich hinter dem „komischen Vogel“ ein sehr netter und völlig normaler Mensch verbirgt.