Der Wandel vom „normalen“ Teenie zum schwarzen Goth bringt manche Eltern zur Verzweiflung. Sie stehen der Veränderung eher machtlos gegenüber. Zwar ist es heute nicht mehr so schlimm, wie es noch eine Generation zurück gewesen wäre, doch geschockt sind Vater und Mutter dennoch. Erst ist es ein schwarzes T-Shirt mit einem Totenkopf, dann kommen andere Kleidungsstücke dazu und irgendwann kommt zum Frühstück nicht mehr die blonde, hübsche Tochter von gestern, sondern der Goth, das fremde Wesen.
Bei Jugendlichen kommt es oft vor, dass sie auf dem Weg zum Erwachsenwerden einige Dinge ausprobieren; auch im Bezug auf die Kleidung. Da wird schon einmal die Haarfarbe gewechselt, oder sehr provokant ein Minirock getragen, der den Eltern nicht schmeckt. Oft ist die beste Freundin oder ein guter Kumpel Helfer in der Not, denn zu Hause hat der Teenager die Möglichkeit oft nicht so, wie er es gerne hätte. Nicht jeder Jugendliche wird deswegen zum Goth oder Punk, aber die Wahrscheinlichkeit, eine größere Veränderung im Aussehen hinnehmen zu müssen, ist für fast alle Eltern irgendwann einmal eine Tatsache.
Die Musik, die ja eigentlich hinter der Gothic Szene steht, muss dann natürlich auch ertragen werden. Dass es mit Heranwachsenden nicht immer leicht ist, versteht sich schon fast von selbst. Dennoch gehört es dazu, Grenzen auszutesten, einmal aufzufallen und zu provozieren, bevor man dann seinen eigenen Stil findet, der dann schon wieder viel besser in die Welt der Eltern passt. Und so lange, bis die Zurückverwandlung vom Goth zum „normalen“ Kind stattfindet, muss man sich eben in Toleranz und Geduld üben, was nicht heißt, dass es nicht ab und an zu lautstarken Auseinandersetzungen kommt. Aber auch das gehört zu einer gesunden Beziehung zwischen Eltern und Kindern.
