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Gothic heißt nicht, schwarz zu sehen

November 12th, 2009 · No Comments

Wer Menschen kennt, die der Gothic Szene angehören, kann diese recht leicht beschreiben. Schwarz. Dieses Wort wird immer als erstes gebraucht, wenn die Anhänger der so genannten schwarzen Szene mit Worten bedacht werden. Die Kleidung ist dunkel, die Frisur trägt daneben meistens noch das Attribut außergewöhnlich. Aber das ist längst noch nicht alles. Das Make-up macht aus einem Gesicht ein Farbenspiel allererster Güte, ohne dass das Wörtchen „bunt“ dabei zur Anwendung kommt. Die Hauptfarbe wird auf weiß getrimmt, kein natürliches Fleckchen Hautfarbe ist mehr zu sehen. Die Augen sind nicht nur in dunklen Farben geschminkt, sondern auffällig umrandet, oft bis über die Augenbrauen hinaus und weit in die Wange hinein. Auch die Fingernägel sind manchmal schwarz. Farbig Akzente in den Haaren sind dann pink, grell grün oder grau und auch in der Kleidung hebt man sich im Gothic Style höchstens durch ausgefallene Muster oder Kleidungsstücke ab. Schwarz, zusammen mit roten Lederkorsagen, traditionellen Schottenröcken oder gerüschter Mittelalterkleidung: So geht man auf Gothic Rock Konzerte.

Die Kleidung der Goths hat nichts damit zu tun, dass sie absolut schwarz sehen im Leben. Für viele, vor allem Jugendliche, ist es nur eine Phase, die sie auf ihrem Weg in das Leben der Erwachsenen durchschreiten. Die Goths, die ihre Gesinnung dauerhaft und ernsthaft in sich tragen, unterscheiden sich bestimmt in manchen Dingen von den so genannten normalen Menschen, oder das, was von der Gesellschaft dafür gehalten wird. Vorurteile ergeben sich schon aus der Kleidung des Gothic Styles. Aber mangelnde Perspektiven oder statt schwarz gekleidet zu sein auch schwarz zu sehen: Das kann so nicht verallgemeinert werden.