Dessous und Miederwaren: In diese Sparten ist die Unterwäsche für Damen unterteilt. Das eine schließt das andere fast nahezu aus, auch wenn heute schon viele Verbesserungen im Vergleich zu vor 20 Jahren vorgenommen wurden. Dessous gibt es nicht so lange, wie es Miederwaren gibt. Noch in den 50er Jahren konnte eine Frau nur sehr wenig durch die Wäsche reizen, die sie trug. Manche Hausfrau der damaligen Zeit wäre entsetzt, würde sie sehen, was die Frau von heute „drunter hat“. Korsetts und Unterhemden, sittsame Unterhosen und Unterröcke: So sah damals die Welt der Miederwaren aus.
Ein Mann musste sich zunächst einmal durch die Schichten kämpfen; das Auspacken der Gattin war damals alles andere, als reine Freude. Eines waren sie aber, die Dessous von früher: Stabil. Mit manchen Stücken konnte man bis zu 40 Jahren auskommen, ohne einmal neue anzuschaffen. Nicht kaputt zu bekommen waren die straffen Stoffe in unerotischem Beige. Bestenfalls waren Variationen in Weiß oder Schwarz zu bekommen. Jede andere Farbe gehörte den „Etablissements“ an und jedes Fünkchen Erotik den leichten Mädchen, wie Tänzerinnen. Schon an den Filmen aus dieser Zeit merkt man, wie verpönt es war, sich in den Dessous zu zeigen. Die brave Frau trug ihre Miederwaren, bis es dunkel wurde.
Heute sind Dessous einfach nur normal. Es gibt sie für schlanke Frauen, aber auch für die etwas Fülligeren. Man bekommt sexy Slips auch in großen Größen, kann BHs bis Körbchengröße E und größer durchaus geschmackvoll aussuchen. Natürlich blieben aber auch die Miederwaren in den Regalen; sie werden jedoch nur noch selten von jungen Frauen gekauft. Früher gab es hier kaum Unterschiede zwischen alt und jung, zwischen verheiratet und ledig.
